Kapitel 3: Die fünf Formen
shape bestimmt, wie ein Wert zu Geometrie wird. Die Wahl ist keine
Geschmacksfrage — jede Form beantwortet eine andere Frage gut und eine andere
schlecht.
prism — der Standard
Ein Quader je Wert, klar abgegrenzt. Die Vorgabe, und für den Normalfall die richtige: einzelne Werte bleiben unterscheidbar, das Raster bleibt lesbar.
cylinder — weicher, gleiches Prinzip
Dieselbe Aussage, rundere Form. Nützlich, wenn die Grafik neben Fliesstext steht und die harten Kanten des Quaders zu technisch wirken.
ribbon — der Verlauf
Statt getrennter Körper eine durchgehende Fläche entlang der Reihe. Der Blick folgt dem Verlauf, nicht dem Einzelwert. Genau richtig, wenn die Frage lautet „wie entwickelt sich das", und falsch, wenn sie lautet „wie hoch war Dienstag".
flatribbon — das schwebende Band
Ein ribbon reicht bis zum Boden hinunter und wirkt dadurch massiv. Der
flatribbon ist ein Band gleichbleibender Dicke, das der Datenlinie folgt und
in der Luft steht. Bei mehreren übereinanderliegenden Reihen ist das der
Unterschied zwischen Lesbarkeit und einem Block.
mesh — das Gelände
Alle anderen Formen behandeln Werte als getrennte Körper. mesh behandelt das
gesamte Raster als eine zusammenhängende Oberfläche: benachbarte Punkte werden
direkt durch Polygone verbunden, es entsteht ein Höhenrelief.
Das ist die Form für Daten, die tatsächlich stetig sind — Temperatur über Fläche und Zeit, Auslastung über ein Netz. Für gezählte Ereignisse ist sie irreführend, weil sie eine Stetigkeit behauptet, die die Daten nicht haben.
Formen mischen
Die Form lässt sich je Reihe setzen. Das ist selten die richtige Wahl — aber wenn zwei Messreihen wesensverschieden sind, etwa eine gezählte und eine gemessene, macht der Formunterschied das sichtbar, bevor jemand die Legende liest.